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Mehr Infos für MusikerInnen

Projekt

Seit August 2013 gibt es in Luz y guía die Musikschule „Sonido Shagal“ von Musiker ohne Grenzen. Wir unterrichten montags bis freitags jeweils am Nachmittag und am Abend, wobei der Abend den Jugendlichen und Erwachsenen vorbehalten ist, die tagsüber auf der Finca (Plantage) arbeiten. Die Wochenenden sind frei für Ausflüge mit der Gastfamilie, Unterrichtsvorbereitungen, Konzerte oder andere Unternehmungen mit Einheimischen.

Wir unterrichten überwiegend Gitarre und Klavier. Es gibt aber immer auch Interesse an Gesang (und Chor), Bass und Perkussion. Seit November 2015 gibt es in Luz y guía auch ein Schlagzeug.
Andere Instrumente (wie Streicher, Klarinette, Saxophon…) sind aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit erfahrungsgemäß leider nicht möglich.

Der Unterricht findet in der casa comunal, einer Art Bürgerhaus, statt. Anders als die meisten MoG-Projekte in Ecuador ist „Sonido Shagal“ nicht in eine Partnerorganisation oder andere Projekte integriert. Dies ist aber ein wichtiges Ziel für die Zukunft, das von den Freiwilligen angestrebt werden sollte.
Somit erfordert ein Freiwilligeneinsatz in Shagal ein hohes Maß an Verantwortung, Eigeninitiative, Kreativität und Orgnisation.

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Ort

Mit seinen grob geschätzten tausend Einwohnern ist Luz y guía (auch Shagal) zwar kein großes, aber für ecuadorianische Verhältnisse ein stattliches Dörfchen, das sich am westlichen Fuße der Anden mitten auf dem grünen, fruchtbaren Land befindet.
In Luz y guía gibt es einige tiendas (kleine Läden, in denen man das Notwendigste kaufen kann), cybers (Internetzugänge), ein Gesundheitszentrum plus Apotheke und sogar eine escuela (Grundschule) sowie ein colegio (Gymnasium).
Auf der cancha (dem betonierten Dorfplatz) wird viel Fußball und Volleyball gespielt und bei einer Fiesta (Party) auch getanzt.
Selbstverständlich gibt es auch eine katholische Kirche sowie einen sogenannten Tempel der evangelicos in Luz y guía. Religion spielt in Luz y guía eine große Rolle. Die meisten Initiativen zu Bildung, Musik, Umweltschutz oder sozialem Engagement gehen hier von der Kirche aus.

Das meistens feucht-warme Klima und die vielen das Dorf umgebenden Flüsse lassen die Erde sehr fruchtbar werden. Das Dorf ist umgeben von Plantagen, auf denen überwiegend Kakao angebaut wird. Aber auch diverse Sorten von Platanos (Kochbananen) und Guineos (die uns bekannten Bananen), sowie Orangen, Zitronen, Papaya, Maracuya und Avocados lassen Luz y guía zu einem regelrechten Obstparadies werden. So kommt es auch, dass die allermeisten Einwohner von Luz y guía auf Fincas (ihren Plantagen) arbeiten und von der Landwirtschaft leben.

Die Wege um Luz y guía eignen sich gut zum joggen und wandern oder auch für Ausflüge zu den Aguas calientes (natürliche Becken mit heißem Thermalwasser), Wasserfällen oder zur geheimnisvollen Hängebrücke, die sich mitten in der Nahe gelegenen, regenwaldähnlichen Natur über einen Fluss spannt.
Es gibt viele Flüsse zum Baden.

Die nächste größere Stadt ist Naranjal, mit dem Bus etwa eine, mit camionetas (Pick-Ups von Privatpersonen, die aber auch als öffentliches Verkehrsmittel gelten) eine gute halbe Stunde von Luz y guía entfernt. In Naranjal lässt sich so gut wie alles besorgen und es gibt diverse Busverbindungen zu anderen Städten und Regionen des Landes.
In die Hafenmetropole Guayaquil sind es drei Stunden mit dem Bus.

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Ein typischer Tagesablauf

Wenn man morgens von Sonnenlicht und Hahnkrähen geweckt wird, ist man meistens schon spät dran – zumindest im Vergleich zu den Ecuadorianern, von denen die meisten zwischen 05:00 und 07:00 Uhr auf ihre Finca zum Arbeiten fahren.
Der Vormittag bietet Zeit für die Unterrichtsvorbereitung, Teambesprechungen und ganz alltägliche Dinge wie Wäsche waschen, Gespräche mit den Nachbarn führen oder Tagebuch schreiben.
Um 15:00 Uhr (bis etwa 17:00 Uhr) beginnt der Unterricht in der Musikschule. Je nach (stark variierendem) Andrang geben wir den Kindern zwischen 6 und 13 Jahren Einzelunterricht oder halten Gruppenstunden mit Rhythmusübungen, musikalischen Spielen und Liedern.
Von 19:00 Uhr bis in den Abend hinein unterrichten wir dann die Jugendlichen und Erwachsenen, die erst abends Zeit haben, weil sie den ganzen Tag auf den Feldern arbeiten. Dabei ist es schön, wenn es neben Einzelstunden auch zu musikalischem Zusammenspiel in kleineren Bands oder einem Chor kommt. Wir schließen die Musikschule meistens zwischen 21:30 Uhr und 22:00 Uhr, je nachdem wie hoch die Nachfrage ist. Genaue Uhrzeiten nehmen viele Ecuadorianer sowieso nicht zu ernst.
Neben der Arbeit in der Musikschule dürfen die Freiwilligen auch gerne offen sein für andere Nachfragen, wie z.B. kleine Kirchenchöre und -bands oder eine Trommelgruppe der Schule. Wichtig ist, dass die MusikerInnen ein gesundes Maß zwischen Unter- und Überforderung finden.

Bananenvielfalt

Ziele

Da in Luz y guía so gut wie alle Jugendlichen und Erwachsenen in der Landwirtschaft auf den Fincas arbeiten, richtet sich der Stundenplan stark nach den unterschiedlichen Arbeitszeiten. Wenn beispielsweise gerade Kakaoerntezeit ist, kommen weniger Schüler, da sie bei der Arbeit helfen. Ein Ziel wäre längerfristig, dem Projekt mehr Struktur und Kontinuität zu geben. Außerdem geht es darum, das Projekt vor Ort mehr zu verorten, also eine Partnerorganisation oder ecuadorianische Verantwortliche zu finden.

Darauf solltest du dich einstellen:

  • Ruhiges und friedliches Landleben, wenig Möglichkeiten zum Weggehen
  • hohe Luftfeuchtigkeit
  • Mücken, Spinnen und andere Tierchen 😉
  • teilweise schlammig und gelegentlich Schimmelgefahr
  • sehr viel Obst, Natur und Grün
  • Sicherheit ist kein Problem, man kann sich frei bewegen
    (dennoch wird natürlich geraten, gut auf Wertsachen o.Ä. aufzupassen)
  • gelegentlich Stromausfall
  • einfache Lebensverhältnisse
  • viiiiel Reis (wie überall in Ecuador)

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